Die Junge Union Ostalb hat einen neuen Kreisvorsitzenden: Lutz Kiesewetter. Der 18-jährige Schüler aus Aalen übernimmt das Amt kommissarisch, bis im Mai der Nachfolger von Tobias Bertenbreiter gewählt wird. Der Student aus Ellwangen war kurz vor der Landtagswahl beim Diebstahl von Wahlplakaten erwischt worden.
Lutz Kiesewetter ist kommissarischer JU-Kreischef.Der Kreisausschuss der Jungen Union (JU) hat am Freitagabend Lutz Kiesewetter zum kommissarischen Kreisvorsitzenden bestimmt. Seine Hauptaufgabe: vermitteln und den mit gut 780 Mitgliedern größten Kreisverband in Baden-Württemberg wieder einen. Dass ihm das gelingt, trauen ihm viele in der JU Ostalb zu – trotz seiner erst 18 Jahre. Er übernehme die Aufgabe gerne, sagt Kiesewetter auf Nachfrage.
Viel Zeit hat der Gymnasiast und Sohn des CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter nicht. Am Wochenende 7./8. Mai soll er zum Bundesvorsitzenden der Schülerunion gewählt werden. Danach will er das Amt des JU-Kreisvorsitzenden wieder abgeben. Noch im Mai soll auf der Kreisjahreshauptversammlung ein Nachfolger für Tobias Bertenbreiter gefunden werden, der gestern im Kreisausschuss formell seinen Rücktritt erklärt hat.
Ob dann ein Kandidat aus Schwäbisch Gmünd das Rennen macht, ist offen. Mit rund 220 Mitgliedern ist die JU Gmünd der stärkste Ortsverband, gefolgt von Ellwangen (210) und Aalen (150). Wie Vorsitzender Simon Sopp sagt, trägt die JU Gmünd den Konsens, also die Übergangslösung mit Lutz Kiesewetter voll mit. „Ich bin glücklich, dass wir uns geeinigt haben.“ Sopp will, dass die JU nun zum Tagesgeschäft übergeht und Opposition macht. Und mit welchem Vorsitzenden? „Darüber werden wir in Ruhe reden.“
In jedem Fall geht es ohne Tobias Bertenbreiter weiter. Als noch amtierender JU-Kreisvorsitzender hatte er die Kreisausschusssitzung in der Aalener CDU-Kreisgeschäftsstelle einberufen. Bertenbreiter ist zurückgetreten, weil er und ein weiteres JU-Mitglied in Ellwangen dabei erwischt worden waren, wie sie kurz vor der Landtagswahl Wahlplakate der SPD und der Linkspartei abgehängt hatten. „Das war absolut schwachsinnig.“
Bertenbreiter war am 26. November als einziger Kandidat zum JU-Kreisvorsitzenden gewählt worden. Zu seinen Stellvertretern wurden Tobias Lichter (Ellwangen), Timo Hermann (Schwäbisch Gmünd) und Lutz Kiesewetter bestimmt. Der Aalener JU-Vorsitzende hatte damals die meisten Stimmen bekommen. Dass Kiesewetter einspringt, ist für Bertenbreiter deshalb nur logisch. Er selbst will sich aus der JU Ostalb komplett zurückziehen und keine Ämter mehr übernehmen. Er habe sowohl im Ortsverband Ellwangen als auch auf Kreisebene die höchsten Posten bekleidet und nunmehr abgeschlossen.